JavaLand 2017

Das Phantasialand Brühl öffnete vom 28. bis 30. März 2017 seine Pforten, um den Besuchern des nun zum 4. Mal stattfindenden JavaLands Eintritt zu gewähren. Und es kamen derer sehr viele: zur Eröffnung wurde verkündet, dass es sich um ca. 1.650 Teilnehmer handelt – ein neuer Rekord! Die Verkündung erweckte aber zeitgleich die Befürchtung, dass es daraufhin an den zwei Vortragstagen sehr eng zugehen könnte. Dies war aber definitv nicht der Fall. In den Sälen und auf dem Gelände des Freizeitparks konnten sich die Teilnehmer sehr gut verteilen, auch bei der Versorgungslogistik (Speisen und Getränke) gab es zumindest keine für mich spürbaren Engpässe.

Direkt nach der ersten, für meine Begriffe sehr guten Keynote, die sich mit dem nötigen Kulturwandel in altehrwürdigen Unternehmen durch Digitalisierung beschäftigte, war gleich mein Vortrag an der Reihe: „Schatten der Vergangenheit: Analyse von Git-Repositories“ – natürlich mit jQAssistant. Ein Blick auf die Programmübersicht des Tages zeigte mir, dass mein Vortrag mit einer Chili-Schote markiert war: Teilnehmer hatten das Thema im Vorfeld der Konferenz als „heiss“ bewertet. Das ist eine Einschätzung, die ich naturgemäß teile, zeitgleich aber den Druck verstärkte, ggf. hohe Erwartungen zu erfüllen und eine gute Präsentation abzuliefern. Mit den Besucherzahlen der aktuellen Hype-Themen konnte sich mein Vortrag am Ende zwar nicht messen, aber es waren trotzdem viele Leute da, es gab eine Menge Spaß und das Publikums-Feedback war sehr positiv! Einer der Gründe: die Präsentation bestand zum großen Teil aus einer Live-Demonstration von Abfragen auf Daten des Git-Repositories, das nicht ganz zufällig die Server-Komponente des offiziellen und quelloffenen Konferenz-Planers „DukeCon“ beinhaltete. Die Autoren der Anwendung selbst waren anwesend – dank Ankündigungen in sozialen Medien im Vorfeld sicherlich auch nicht zufällig… Sie bestätigten die gefundenen Erkenntnisse, wie z. B. Expertenwissen über Technologien oder stets in den Ergebnissen wiederkehrende Hotspots – mehr Überzeugungskraft für einen Vortrag kann sich ein Sprecher einfach nicht wünschen!

Nachdem ich meine „Pflicht“ also mit großer Freude erfüllt hatte, konnte ich verbleibende Zeit der Konferenz entspannt nutzen. Interessanterweise schaffte ich es nur zu wenig anderen Vorträgen, die sich für mich eher zufällig thematisch im Umfeld von Java EE ansiedelten. Interessant war dabei, dass wie schon bei der JavaOne 2016 das Thema Microservices in diesem Umfeld auf sehr starkes Interesse stößt, allerdings das zur Verfügung stehende Ökosystem teilweise noch einige Lücken aufweist. Dies wurde im sehr gut besuchten Vortrag meines JUG Saxony Mitstreiters Thorben Janssen deutlich.
Darüber hinaus standen natürlich insbesondere die aktuellen Schlagwörter Java 9, Reactive, Container & Co. auf der Konferenzagenda. Ich widmete mich jedoch eher den persönlichen Gesprächen mit bestehenden oder potentiellen jQAssistant-Nutzern bzw. anderen Sprechern und warf einen Blick auf die Community-Aktivitäten (Code-Golf, Meet The Libs), um dort ein paar Inspirationen für den JUG Saxony Day zu erhalten. Im Ganzen war ich damit so ausgelastet, dass ich es zum wiederholten Mal nicht auf die Achterbahn schaffte! Vielleicht klappt das dann ja endlich im kommenden Jahr…

Apropos: den Termin habe ich mir schon im Kalender vorgemerkt, die Tore des nächsten JavaLands werden vom 20. bis zum 22. März 2018 geöffnet sein!

Slides zum Vortrag:
„Schatten der Vergangenheit: Analyse von Git-Repositories“ (PDF)

Fotos zum JavaLand 2017:

Mit der JUG Saxony auf dem JavaLand 2016.

Über dem Park liegt noch der Charme des vergangenen Winters, noch(!) kreischt hier keiner im Zero-G-Roll von „Black Mamba“ und dennoch versammeln sich mehr als 1200 Leute vor dem Eingang „Berlin“. Phantasialand ist für vier Tage JavaLand. In diesem Jahr bereits die dritte Ausgabe der iJUG-Konferenz und wieder ist die Gemeinde derer, die sich auf den Weg nach Brühl gemacht haben ordentlich angewachsen. Die offizielle Begrüßungsformel „Jatumba!“ auf den Lippen, stürze ich mich für die JUG Saxony ins Getümmel.

Aber was erwartet mich in dieser Welt zwischen Fahrgeschäften und so vielen Java-Enthusiasten? Vor allem einmal wirklich die „Community zum Anfassen“. Wunderbar zu sehen wie sich hier im JavaLand der Austausch zwischen den vielen Teilnehmern, den zahlreichen Speakern und den JUGs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ganz selbstverständlich entwickelt. Es ist einfach super entspannt und immer wieder ergeben sich interessante Gespräche. Ich mache also für die JUG Saxony ein paar Überstunden im „JUG-Café“ und spendiere meinen Gesprächspartnern ganz sächsisch das ein oder andere „Schälchen Heeßen“. Danke an alle, die da waren. Ich freue mich schon jetzt, wenn ich den einen oder anderen auf der nächsten JUG-Veranstaltung treffe.

Natürlich ging es nicht nur um Gespräche bei leckerem (koffeinhaltigem) Heißgetränk. Getragen wird das JavaLand von einem erstklassigen und wirklich prall gefüllten Vortragsprogramm. Es fällt tatsächlich oftmals schwer sich zwischen parallel stattfindenden Sessions zu entscheiden. Und ganz im Zeichen der aktuellen Trends gab es natürlich die geballte Ladung Microservices. Natürlich war auch die Weiterentwicklung der Java-Plattform ein Thema, dass entsprechend viel Raum einnahm. Und so hatte ich das Vergnügen, Vorträgen mit einer Reichweite bis Java 10 zu lauschen. Fast schon Ehrensache, dass wichtige JSR-Leads vor Ort waren und sich so muntere Diskussionen über die Ausgestaltung der einen oder anderen technischen Neuerung entspinnen konnten.

Fazit? Gut war’s! Allen, die nicht dabei sein konnten sei gesagt: Auch 2017 öffnet das JavaLand wieder seine Pforten. Und weil das noch ´ne Weile hin ist, freue ich mich schon jetzt, euch alle im September auf dem JUG Saxony Day zu sehen. Ist „um die Ecke“ und bis 15. April habt ihr auch noch die Gelegenheit, das Programm mitzugestalten und dem Call for Papers zu folgen.

Bis dahin!
– Tobias

Das JavaLand 2015 im Rückblick

Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr stand bei mir Ende März die zweite Auflage der Konferenz auf der Agenda. Der auf den ersten Blick ungewöhnliche Veranstaltungsort – das Phantasialand Brühl – stellte dabei einen passenden Rahmen für die einerseits ernsthafte Auseindersetzung mit dem Themen aus dem Java-Universum dar, vermittelte aber eben auch jenen Spaßfaktor, welcher der Community Leben einhaucht. Leider habe ich es aber auch in diesem Jahr nicht geschafft, eine Runde auf der Achterbahn („Black Mamba“) zu drehen…

Der Grund hierfür lag schlicht und einfach darin, dass eine Konferenz eben mehr ist, als nur ein Vortragsprogramm abzuarbeiten: Leute treffen, Ideen austauschen, Feedback geben bzw. einsammeln, Kontakte austauschen und dabei das eine oder andere alkoholfreie bzw. -haltige Erfrischungsgetränk zu sich zu nehmen. Da kann es auch schon passieren, dass die Vorbereitung der Beispiele für den eigenen Talk kurzerhand auf Mitternacht verschoben werden muss. Mein Vortrag „Yes We Scan – Softwareanalysen mit jQAssistant“ (Folien als PDF, präsentierte Besipiele folgen) war zu meiner Freude sehr gut besucht und es ergaben sich im Nachhinein – trotz des kurz bevorstehenden Konferenzendes – sehr fruchtbare Diskussionen, beispielsweise über die geeignete Visualisierung von Strukturen. Allein dafür hat sich die Reise gelohnt!

Darüberhinaus gab es natürlich eine Menge anderer spannender Talks. Der allgegenwärtigen IoT-Welle konnte ich noch einigermaßen ausweichen und mich eher auf Qualitätsaspekte konzentrieren. Ich möchte an dieser Stelle den Vortrag „Abhängigkeiten managen with degraph“ von Jens Schauder besonders herausheben: Einerseits trifft das von ihm präsentierte Thema natürlich einen besonders empfindlichen Nerv bei mir, andererseits war es aber die Form des Vortrags, die ich als sehr praxisnah und äußerst anschaulich empfunden habe: Der Vergleich einer Code-Basis mit der Organisation von Socken in Kleiderschränken oder die Benennung von Abhängigkeitsmustern als „Wäscheleinen“ ist sehr bildhaft und eingängig!

Negativ getrübt wurde der Eindruck im JavaLand durch diverse technische Probleme mit Mikrofonen und den fehlenden WiFi-Zugang – obwohl bei näherer Betrachtung letzteres vielleicht sogar eine positive Auswirkung auf die Kommunikation der Teilnehmer gezeigt haben könnte.

Alles in allem war das JavaLand 2015 eine überaus gelungene und lohnenswerte Veranstaltung, die mich mit vielen Eindrücken und Ideen nach Hause entlassen hat – der Termin im nächsten Jahr (08.03. – 10.03.2016) ist im Kalender bereits blockiert.