Java Forum Stuttgart 2014 – Eine kleine Nachlese

Der Besucher einer Konferenz wird immer wieder auf’s Neue mit der gleichen Herausforderung konfrontiert: Welche Vorträge möchte ich besuchen, anhand welcher Kriterien wähle ich sie aus? Suche ich nach neuen Technologien und Ansätzen, verbunden mit der leisen Hoffnung, dass ich sie in absehbarer Zeit in meinem Arbeitsumfeld anwenden kann? Oder widme ich mich eher mir bereits bekannten Themen und lasse mich in meinen Einstellungen bestätigen oder widerlegen?

Java Forum Stuttgart

Es ist gut, wenn eine Veranstaltung die Möglichkeit bietet, beide Ansprüche zu befriedigen und darüber hinaus den Rahmen dafür schafft, mit alten oder neuen Bekannten ins Gespräch zu kommen – und das war trotz oder vielleicht auch wegen des vermeldeten Besucherrekords beim Java Forum Stuttgart 2014 wieder einmal der Fall.


Und so richtete sich meine persönliche Agenda anhand der aktueller Vorkommnisse in meinem Java-Alltag aus: Dieser bestimmt sich zum großen Teil durch ein Kundenprojekt, in welchem es um Erfassung und Verarbeitung großer Datenmengen und die Integration mit Fremdsystemen geht. Interessant hierfür waren beispielsweise die Vorträge von Kai Wähner zu „Enterprise Integration Patterns Revisited“ – mit der guten Botschaft, dass die alten Muster nach wie vor gültig, aber die Tools besser geworden sind – sowie „Entwicklung von BigData-Systemen mit Apache Cassandra“ von Philipp Stussak, einem anschaulichen und kompakten Überblick über Eigenschaften und Einsatz der NoSQL-Datenbank.

Da sich mein zweiter Interessensschwerpunkt derzeit durch die konzeptionelle wie technische Weiterentwicklung von jQAssistant bestimmt, war es mehr als naheliegend, sich des von Kai Spichale präsentierten Themas „Software-Erosion – Sofortmaßnahmen und Vorbeugung“ anzunehmen. Der Vortrag sprach mir in vielen Punkten aus dem Herzen: die (Un-)Brauchbarkeit von Metriken zur Kontrolle von Softwarequalität und die Notwendigkeit einer aktiven Architekturvalidierung. Die daran anschließende Diskussion mit Teilnehmern und nachfolgende Gespräche am Büffet offenbarten hier wieder einmal den Mangel brauchbarer Werkzeuge – zumindest aus dem Open-Source-Umfeld.

Aufschlussreich war nicht zuletzt die als Zwiegespräch präsentierte Session „Guter Code, schlechter Code?“ von Christian Kumpe und Markus Kiss, die sich mit dem Thema Verständlichkeit von Quelltexten auseinandersetzte. Es gab hier selbstverständlich nicht die großen Neuigkeiten, trotzdem war es sehr interessant zu sehen, wie die Beachtung vieler Kleinigkeiten in Summe eine Code-Basis für Entwickler deutlich zugänglicher machen kann. Darüber hinaus stellte sich nicht ganz unerwartet heraus, dass persönliche Vorlieben wie immer sehr, sehr unterschiedlich ausfallen können…

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