Buchrezension: JavaServer Faces 2.0

Cover: JavaServer Faces 2.0 - Grundlagen und erweiterte Konzepte

Martin Marinschek, Michael Kurz, Gerald Müllan
JavaServer Faces 2.0
Grundlagen und erweiterte Konzepte

dpunkt.verlag
340 Seiten. broschiert
€ 38,00
ISBN 978-3-89864-606-2

Wahrscheinlich jeder Entwickler hat den Wunsch, eine perfekte Anwendung zu erstellen, doch dies gestaltet sich häufig schwieriger als zunächst gedacht. Mit ihrem Buch JavaServer Faces 2.0 wollen Martin Marinschek, Michael Kurz und Gerald Müllan einen Einblick in JSF geben und dabei helfen, eine „perfekte Webapplikation“ zu erstellen. Die drei Autoren besitzen allesamt langjährige Erfahrung in JSF-Projekten. Martin Marinschek ist als Mitglied der JSF 2.0 Expertgroup ein Co-Autor der aktuellen Spezifikation.

Auf 340 Seiten führen die Autoren den Leser Schritt für Schritt in die Geheimnisse von JSF ein. Das Buch kann dabei grob in die folgenden drei Abschnitte untergliedert werden: Grundlagen, erweiterte Konzepte sowie das weitere Umfeld von JSF.

Im ersten Teil schaffen die Autoren ein grundlegendes Verständnis für JSF und dessen Funktionsweise. Es werden zunächst die wesentlichen Konzepte von JavaServer Faces vorgestellt. Dabei werden wichtige Begriffe und Konzepte, wie z. B. der JSF-Lebenszyklus, ausführlich erläutert. Diese Ausführungen tragen nicht nur zum besseren Verständnis der Technologie bei, sondern stellen ein in der Praxis notwendiges Basiswissen dar. Anschließend werden die in Version 2.0 zur Verfügung gestellten Standardkomponenten beschrieben. Auch Themen wie die Validierung und Konvertierung von Daten kommen in diesem Teil des Buches zur Sprache. Erste kleine Beispielanwendungen erleichtern das Verständnis der besprochenen Themen und Begriffe.

Die Neuerungen in der Version 2.0 des Standards bilden den Kern des zweiten Buchabschnittes. An dieser Stelle ist eine grundlegende Erfahrung mit JSF für das Verständnis sinnvoll. Die Autoren beschreiben zunächst, wie mit Facelets, dem neuen JSF-View-Handler, komplexe HTML-Templates umgesetzt werden können. Weiterhin wird der Leser über die verbesserten Möglichkeiten zum Erweitern von JSF-Standardkomponenten und zum Erstellen eigener einfacher bzw. verschachtelter Komponenten informiert. Der Abschnitt schließt mit einer umfassenden Beschreibung der in JSF 2.0 neu hinzugekommenen AJAX-Unterstützung. Anhand einer Vielzahl von Beispielen wird dabei die asynchrone Kommunikation von Webanwendung und Server anschaulich demonstriert.

Zum Abschluss ihres Buches befassen sich die Autoren mit dem weiteren Umfeld von JSF, machen dabei aber deutlich Werbung in eigener Sache. Sie stellen neben Spring und JPA vor allem die Apache-eigenen Bibliotheken Orchestra und Tobago vor und zeigen anhand dieser, wie sich JSF 2.0 in diesen Technologiestack integriert.

Das Buch richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene JSF-Entwickler. Ersteren werden die Grundlagen von JSF ausführlich und in verständlichen Worten erklärt. Vor allem die Erläuterungen zum Lebenszyklus im ersten Buchabschnitt übertreffen darin deutlich die des Standards. Erfahrene Entwickler profitieren vor allem von den Ausführungen zu den Neuerungen in der Version 2.0 im zweiten Teil des Buches.

Im Verlauf des Buches wird ein Anwendungsbeispiel vorgestellt. Dieses wird kontinuierlich erweitert, in dem es für jedes Kapitel die aktuell besprochenen Themen umsetzt. So entstehen 16 Beispielanwendungen, die zum Ausprobieren und Experimentieren einladen. Ergänzend werden viele Erläuterungen im Text durch kurze, anschauliche Code-Beispiele untermauert. Einen Wermutstropfen stellen dabei aber einige Referenzen auf Klassen dar, die nicht Teil des JSF-Standards sind und deren Quelle auch nicht preisgegeben wird. Nichts desto trotz tragen die vorgestellten Beispiele zum besseren Verständnis des Geschriebenen bei.

Die Qualität der Ausführungen bewegt sich auf konstant hohem Niveau. Die Autoren halten keine wichtigen Informationen zurück und schweifen nicht unnötig aus. Lediglich auf die Kapitel über die Apache-eigenen Bibliotheken hätte verzichtet werden können.

Insgesamt hinterlässt das Buch einen sehr positiven Eindruck und ist somit sowohl als Einstiegs- als auch als Nachschlagewerk zu empfehlen.

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